Ein Training oder Seminar besuchen klingt einfacher als es ist, wenn man ein Training auch optimal ausnutzen will.
In einem Training kann werden Themen praktischer besprochen und anschließend werden die Themen praktisch angewendet und ausprobiert. Hierbei kann man mit Hife des Trainers die Gebiete tiefer erörtern und auch den Trainer ausnutzen und ausfragen ("Trainer aussaugen!").
Untersuchungen haben ergeben, dass Teilnehmer eines Trainings nur ca. 13% bis 15% (!) von dem Stoff mitnehmen, den sie durchgearbeitet haben. Diesen Wert kann man zwar nicht so gut beeinflussen, aber man kann etwas mehr aus den 13-15% machen.
Und wie?
Oft treffe ich eine Einstellung der Teilnehmen, bei der die Teilnehmer davon ausgehen, dass wenn sie ein Training besucht haben, sind sie auch viel klüger und können mit der Software und/oder Hardware richtig umgehen. Es gibt auch einige, die davon ausgehen, dass sie nach einem Training die dazugehörige Prüfung schaffen können. Diese Einstellung ist i. d. R. irreführend vor allem dann, wenn sich die Teilnehmer für das Seminar nicht vorbereitet haben.
Die Vorbereitung selbst kann grundsätzlich zwei Formen annehmen.
Zum einen kann die Vorbereitung so aussehen, dass die Teilnehmer mit den Unterlagen schon vor dem Kurs arbeiten und die Materie einfach nur locker kennen lernen und sich selbst die Fragen beantworten: Worum geht es hier? Was kommt denn überhaupt?
Viele könnten an dieser Stelle mit dem Argument protestieren, dass sie die Unterlagen erst im Kurs erhalten. Das ist natürlich auch korrekt, aber wer versucht die Unterlagen von dem Trainings-Center schon vorher zu bekommen, der wird auch i. d. R. Erfolg haben. Danach heißt es nicht |  | unbedingt: Lernen! Lernen! Lernen! sondern eher sich mit der Materie anfreunden, durchblättern, etwas durchlesen und wenn's Spaß macht etwas lernen (einfach etwas Ahnung haben). Das alles gilt für diejenigen, die im Training etwas Neues lernen werden.
Anders geht es bei Teilnehmern, die mit dem Thema vertraut sind. In diesem Fall ist es einfacher. Das Seminar dient dann der Vervollständigung und Vertiefung des Wissens und Erkennung der Zusammenhänge. Aus diesem Grund wird bei guten Seminarveranstaltern/-anbietern auch nach der Homogenität der Gruppe geachtet. Ebenfalls in dem Fall ist es ratsam, sich mit dem Ordner auseinander zusetzen um zu schauen, ob nicht zufällig weitere Fragen zum behandelten Thema kommen.
Die zwei beschriebenen Interessenrichtungen schließen sich in einem Training nicht aus, die Teilnehmergruppen sollten natürlich nicht gemischt werden. Ein individuelles Seminar ist schon was anderes, weil die Inhalte von Teilnehmern/Auftraggebern bestimmt werden.
Eine weitere Beobachtung, die oft zu machen ist, hängt vor allem mit dem zusammen, was ich am Anfang und im ersten Punkt beschrieben habe und zwar, diejenige Teilnehmer, die ohne Vorbereitung ein Training besuchen und direkt danach die Prüfung machen, bestehen die Prüfung nur in seltensten Fällen.
Bei den Teilnehmern mit Vorkenntnissen oder Vorbereitung sieht das schon besser aus.
Selbst aber diesen Teilnehmern empfehle ich mindestens ein Wochenende oder besser eine ganze Woche "Abstand" zum Seminar zu nehmen und sich noch etwas mit den Fragen zu beschäftigen, denn in der Prüfung ist nicht wichtig was die Frage von mir will, sondern was der Hersteller von mir will/erwartet ("Fragestellung-Philosophie"). |